Gefährliche Chemikalien in Sonnencremes: 92 Prozent der Kinder belastet
Gerlinde HeinrichUmweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Gefährliche Chemikalien in Sonnencremes: 92 Prozent der Kinder belastet
Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA) sorgt für Besorgnis wegen gefährlicher Chemikalien in Sonnencremes. Bei Tests an Kindern und Jugendlichen wurden hohe Werte eines fortpflanzungsschädigenden Giftstoffs nachgewiesen, der mit UV-Filtern in Verbindung steht. Trotz dieser Erkenntnisse raten Gesundheitsbehörden weiterhin zum Sonnenschutz, um Hautkrebs vorzubeugen.
Im Jahr 2025 untersuchte das UBA 259 Urinproben von jungen Menschen zwischen 6 und 17 Jahren, die zwischen April und Juli entnommen worden waren. Die Ergebnisse zeigten, dass 92 Prozent der Proben MnHexP enthielten – ein Abbauprodukt von DnHexP, einem in der EU nicht zugelassenen Stoff. Bei zwei Teilnehmenden wurde der vom UBA festgelegte Sicherheitsgrenzwert von 60 Mikrogramm pro Liter überschritten.
Als Quelle der Belastung wurde der UV-Filter Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB) in Sonnencremes identifiziert. Das Problem war bereits 2024 aufgetreten, als das UBA und die Landesumweltbehörde Nordrhein-Westfalens ähnliche Befunde veröffentlichten. Schon zwei Jahre zuvor, in den Jahren 2020/21, war derselbe Metabolit in 61 Prozent von 250 Proben nachgewiesen worden.
Hersteller haben seitdem ihre Rezepturen angepasst und DnHexP bis 2025 aus DHHB entfernt. Strengere EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnencremes treten jedoch erst im Januar 2027 in Kraft.
Die Studie unterstreicht die anhaltenden Belastungsrisiken für Kinder und Jugendliche, obwohl Sonnenschutzmittel weiterhin unverzichtbar für den Hautschutz sind. Die Behörden betonen die Notwendigkeit kontaminationsfreier Produkte, während sie auf die verschärften EU-Vorgaben im Jahr 2027 warten.
