21 February 2026, 16:19

Gedenklesung in Düren: Reyhaneh Jabbaris Kampf gegen Unrecht und die Todesstrafe im Iran

Ayatollah Ali Khamenei, der Oberste Führer des Iran, sitzt an einem Schreibtisch und schreibt mit einem Stift auf ein Blatt Papier, mit einem Bücherregal voller Bücher dahinter.

Gedenklesung in Düren: Reyhaneh Jabbaris Kampf gegen Unrecht und die Todesstrafe im Iran

Öffentliche Lesung in der Dürener Stadtbibliothek zu Reyhaneh Jabbari – hingerichtet, weil sie sich gegen Vergewaltigung wehrte

Am 2. März 2026 findet in der Dürener Stadtbibliothek eine öffentliche Lesung statt, die an das Schicksal von Reyhaneh Jabbari erinnert – einer iranischen Frau, die wegen Notwehr nach einer Vergewaltigung hingerichtet wurde. Die Veranstaltung, organisiert von Amnesty International und lokalen Menschenrechtsgruppen, präsentiert eine szenische Lesung aus "Wie man zum Schmetterling wird" (How to Become a Butterfly), einem Buch von Reyhanehs Mutter, Shole Pakravan. Die Türen öffnen um 18:30 Uhr, Beginn ist um 19:00 Uhr.

Reyhaneh Jabbari war erst 19 Jahre alt, als sie zum Tode verurteilt wurde, weil sie einen Mann tötete, der sie sexuell übergriffen hatte. Trotz internationaler Proteste vollstreckten die iranischen Behörden das Urteil 2014. Ihre Mutter, Shole Pakravan, floh 2017 aus dem Iran nach Berlin – im Gepäck die Briefe und aufgezeichneten Telefonate ihrer Tochter.

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Pakravan verarbeitete ihre Erfahrungen in "Wie man zum Schmetterling wird", um auf das Leid von Frauen wie Reyhaneh aufmerksam zu machen und systematische Ungerechtigkeit anzuprangern. Trotz Drohungen und politischer Verfolgung setzt sie sich weiterhin für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe ein.

Bei der Veranstaltung in der Dürener Stadtbibliothek bringen die Schauspielerinnen Edgitha Stork und Gabi Uhl in einer Lesung die Stimmen von Reyhaneh und Shole zum Klingen. Der Abend will die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein größeres Problem lenken: Frauen im Iran, die wegen Selbstverteidigung gegen sexuelle Gewalt zum Tode verurteilt werden. Der Eintritt ist frei. Neben Amnesty International gehört die Initiative gegen die Todesstrafe zu den Veranstaltern.

Die Lesung rückt Reyhaneh Jabbaris Geschichte und den anhaltenden Kampf für Frauenrechte im Iran in den Fokus. Pakravans Buch und die öffentliche Veranstaltung sollen auf die juristischen Willkürurteile gegen Frauen aufmerksam machen, die sich gegen Gewalt zur Wehr setzen. Die Besucher:innen erwarten authentische Berichte – durch Briefe und Aufnahmen, die Reyhanehs Mutter bewahrt hat.