Gabriele Stötzers kraftvolle Kunst und ihr Leben zwischen Widerstand und Kreativität
Heinz-Josef ZirmeGabriele Stötzers kraftvolle Kunst und ihr Leben zwischen Widerstand und Kreativität
Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer
Die 73-jährige Künstlerin, die in Erfurt lebt, ist seit langem eine markante Stimme in der deutschen Gegenwartskunst. Die Schau präsentiert rund 150 Werke – von Videos und Fotografien über Mode bis hin zu großen Wollskulpturen von Frauen.
Stötzers Leben und Werk sind von Widerstand und Kreativität geprägt. In der DDR wurde sie nach der Unterzeichnung einer Petition gegen die Ausbürgerung des regimekritischen Liedermachers Wolf Biermann für ein Jahr inhaftiert. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit zu überbrücken. Ihr Engagement setzte sich bis in die späten 1980er-Jahre fort, als sie die Bezirksverwaltung des Stasi in Erfurt besetzte.
Zudem gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte so ihre Rolle im kulturellen Widerstand. Trotz ihrer Vergangenheit lehnt sie das Etikett „DDR-Künstlerin“ ab und betont, dass ihr Schaffen regionale Grenzen überwindet. Für ihr Lebenswerk wird sie in diesem Herbst mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands.
Die Ausstellung im Gropius Bau würdigt ihr vielseitiges und kraftvolles Œuvre. Mit ihrer Kunst und ihrem Aktivismus hat Stötzer bleibende Spuren in der deutschen Kulturlandschaft hinterlassen. Die bevorstehende Ehrung unterstreicht ihren anhaltenden Einfluss.






