Frauenpfahl am Bodensee: Wo grausame Geschichte auf Halloween-Tradition trifft
Mirjana SchachtFrauenpfahl am Bodensee: Wo grausame Geschichte auf Halloween-Tradition trifft
Am Ufer des Bodensees ragt noch immer ein düsteres Relikt aus vergangenen Zeiten in die Höhe – der Frauenpfahl, auch "Frauenpfahl" genannt. Dieser schlichte Holzpfahl, gekrönt von einer weißen Gitterkugel, markiert die Stelle, an der im 16. und 17. Jahrhundert Frauen wegen angeblicher Vergehen ertränkt wurden. Heute zieht er Besucher an, die einen schauerlichen Einblick in die Geschichte suchen – besonders rund um Halloween.
Der Frauenpfahl wurde im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Deutschland genutzt, vor allem in Städten wie Konstanz und Ravensburg. Frauen, die der Hexerei, des Diebstahls oder des Ehebruchs beschuldigt wurden, wurden an den Pfahl gebunden und im See versenkt. Einige Aufzeichnungen belegen, dass Opfer sogar mit Tieren in Säcke eingenäht und dann ertränkt wurden. Ein dokumentierter Fall betrifft Apollonia, eine Diebin, die am 9. November 1532 an dieser Stelle hingerichtet wurde.
Lokale Sagen verstärken den unheimlichen Ruf des Ortes. Eine erzählt von einer Frau, die versucht haben soll, mit ihrem Baby über den See zu schwimmen, das Kind dabei aber verlor. Später wurde sie zum Tod am Frauenpfahl verurteilt. Eine andere Legende führt den Namen "Gnadensee" auf eine Frau zurück, die der Hinrichtung entging, als beim Versenken in Allensbach die Glocken des Klosters Reichenau zu läuten begannen.
Der Frauenpfahl war nicht die einzige grausame Hinrichtungsmethode der Region. In der Nähe diente der Hexenpfahl in Lindau einem ähnlichen Zweck – hier wurden vermeintliche Hexen ertränkt. Andere verbreitete Strafen waren das Rädern, das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen und die Enthauptung. Galgenhügel, wie jene bei Konstanz, wurden für Hängen genutzt, während Pfählungen oder Ertränkungsstangen in ganz Schwaben zu finden waren.
Heute ist der Frauenpfahl Teil einer Halloween-Themenroute am Bodensee. Besuchern wird empfohlen, warme Kleidung und eine Taschenlampe für abendliche Spaziergänge mitzubringen. Die Strecke führt auch an familienfreundlichen Orten wie dem Konstanzer Münster und der Blumeninsel Mainau vorbei und verbindet so Geschichte mit Freizeitvergnügen. Ein Abstecher in ein gemütliches Café in Konstanz rundet den Ausflug oft ab.
Der Frauenpfahl bleibt ein mahntes Zeichen vergangener Ungerechtigkeiten – sein weiß gekrönter Pfosten steht für ein dunkles Kapitel der Regionalgeschichte. Wer den Bodensee zur Halloween-Zeit erkundet, findet hier einen gespenstischen Kontrast zur malerischen Schönheit der Gegend. Der Ort zieht weiterhin Besucher an und verbindet historische Reflexion mit saisonaler Neugier.






