15 March 2026, 06:12

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt: Kleine Erzeuger kämpfen ums Überleben

Ein Plakat für Rohrer's Saatgut-Jahrbuch 1942 mit einer bunten Auswahl an Blumen, Pflanzen, Gras, einer Person, einem Haus, Bäumen und einem klaren blauen Himmel mit Text, der Informationen über die Saatgut enthält.

EU-Saatgutverordnung bedroht Vielfalt: Kleine Erzeuger kämpfen ums Überleben

Ein geplanter EU-Saatgutverordnung wirft bei kleinen Erzeugern und Hobbygärtnern Besorgnis auf. Das neue Gesetz könnte den Handel mit traditionellem Saatgut deutlich erschweren und seltene Pflanzensorten gefährden. Viele fürchten, dass strengere Vorschriften und höhere Kosten kleine Betriebe vom Markt verdrängen werden.

Die Verhandlungen über die Verordnung begannen im Februar 2026 und umfassen die Europäische Kommission, das Parlament sowie den Rat der Mitgliedstaaten. Während das Parlament Ausnahmen fordert, um kleine Produzenten zu schützen, setzt sich der Rat für strengere Kontrollen ein.

Kleinere Saatguthändler in Düsseldorf befürchten, dass die geplanten Änderungen ihre Existenz bedrohen. Die neuen Regeln würden teure Zertifizierungen erfordern, was es Nischenanbietern schwer machen würde, zu überleben. Ohne sie könnten Hobbygärtner bald nur noch auf standardisiertes Saatgut großer Konzerne angewiesen sein.

Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss arbeiten bereits daran, die biologische Vielfalt zu bewahren, indem sie kostenlos Saatgut verleihen. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss berichtet von großer Nachfrage nach bestimmten Sorten. Doch Züchterinnen wie Anne Mommertz befürchten, dass ohne kleine Anbieter viele traditionelle Sorten mit der Zeit verschwinden könnten.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob kleine Saatguthersteller weiter bestehen können. Sollten die strengeren Regeln durchkommen, könnten seltene Sorten verschwinden – und Gärtner hätten weniger Auswahl. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen industriellen Standards und dem Erhalt der pflanzlichen Vielfalt.

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