28 June 2026, 22:13

EU-Recht auf Reparatur: Mehr Nachhaltigkeit oder höhere Kosten für Verbraucher?

Umfrage des Retail Research Institute IFH
				Trieb die 'Recht auf Reparatur' die Preise in die Höhe?

EU-Recht auf Reparatur: Mehr Nachhaltigkeit oder höhere Kosten für Verbraucher?

Die EU-Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“ trat im Juli 2024 in Kraft. Sie soll Reparaturen von Elektro- und Haushaltsgeräten einfacher und zugänglicher machen. Doch es gibt Bedenken, dass die Regelung die Kosten in die Höhe treiben könnte.

Die Verordnung verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu angemessenen Preisen anzubieten. Bis Juli 2026 muss sie in deutsches Recht umgesetzt werden.

Eine aktuelle Umfrage zeigt gemischte Erwartungen zur Preisentwicklung: 68 Prozent der Händler gehen davon aus, dass die Reparaturkosten steigen werden – bedingt durch teurere Ersatzteile und höhere Personalkosten. Gleichzeitig rechnen 63 Prozent der Hersteller mit höheren Reparaturgebühren für Kunden, da zusätzliche Lagerkosten für Ersatzteile und Personalaufwand anfallen.

Nur 37 Prozent der Hersteller erwarten, dass sich die Preise für Neugeräte erhöhen. Doch 62 Prozent der Händler befürchten, dass neue Produkte teurer werden, um die Reparaturkosten auszugleichen. Bereits jetzt empfinden 70 Prozent der Verbraucher die Reparaturkosten im Vergleich zum Neukauf als zu hoch. Im Schnitt sind Kunden nur bereit, maximal 22 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur zu zahlen.

Ziel der Richtlinie ist es, durch die Förderung von Reparaturen statt Neukäufen die Nachhaltigkeit zu stärken. Doch steigende Kosten für Ersatzteile, Arbeitskräfte und Lagerhaltung könnten dieses Vorhaben untergraben. Werden Reparaturen teurer, könnten sich noch weniger Verbraucher dafür entscheiden – und stattdessen zu neuen Geräten greifen.

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