EU-Indien-Handelsabkommen: Neue Chancen für Deutschlands Exporte nach Asien
Gerlinde HeinrichEU-Indien-Handelsabkommen: Neue Chancen für Deutschlands Exporte nach Asien
Ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte die Exportmärkte Deutschlands neu gestalten. Während die Ausfuhren nach China seit 2019 um etwa 15 Prozent gesunken sind, ist der Handel mit Indien im gleichen Zeitraum um fast 40 Prozent gewachsen. Doch bevor ein Abkommen vorankommt, müssen die Verhandler noch zentrale Hürden überwinden.
Deutschlands Handel mit China hat an Schwung verloren, was Indien zu einem immer attraktiveren Partner macht. Die Expansion Indiens in den Bereichen Elektronik und IT-Dienstleistungen eröffnet deutschen Maschinenbau- und Technologieunternehmen neue Chancen. Dieser Wandel könnte Europa helfen, seine Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern.
Das geplante EU-Indien-Handelsabkommen zielt darauf ab, die deutschen Exporte weiter zu steigern. Dennoch gibt es auf beiden Seiten noch Bedenken. Stahlimporte, Beschränkungen für Autoexporte und die CO₂-Grenzausgleichsabgabe der EU bleiben strittige Punkte. Der Agrarsektor soll voraussichtlich weitgehend aus dem Abkommen ausgeklammert bleiben. An den Verhandlungen sind die Europäische Kommission, der Rat der EU und das Europäische Parlament beteiligt. Der Ratspräsident plant in Kürze einen Besuch in Indien, um den Stand der Gespräche zu bewerten. Gleichzeitig muss das Parlament jedem endgültigen Abkommen zustimmen, bevor es in Kraft treten kann. Das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) warnt, dass Kompromisse unerlässlich seien. Ohne sie könnten die Vorteile des Abkommens die Nachteile für keine der beiden Seiten überwiegen.
Wird das Handelsabkommen verabschiedet, könnte es die Beziehungen zwischen der EU und der wachsenden indischen Wirtschaft stärken. Besonders deutsche Exporteure aus den Bereichen Elektronik und Maschinenbau hätten die größten Vorteile. Doch zunächst müssen die Verhandlungen die Streitpunkte bei Stahl, Autos und Klimapolitik lösen, bevor ein Abkommen unterzeichnet werden kann.
