16 March 2026, 06:12

Erzbistum Paderborn diskutiert Missbrauchsskandal mit Betroffenen und Gläubigen

Ein Buch mit Bildern verschiedener Räume, Flure und Artefakte der Katholischen Kirche, begleitet von Texten, die ihre Geschichte und Bedeutung schildern.

Erzbistum Paderborn diskutiert Missbrauchsskandal mit Betroffenen und Gläubigen

Erzbischof Udo Markus Bentz hat eine Reihe von Treffen mit Katholiken im Erzbistum Paderborn begonnen, um den Missbrauchsskandal durch Kleriker zu thematisieren. Die Gespräche starteten in Dortmund, wo sich rund 200 Menschen versammelten, um ihre Sorgen zu äußern und Forderungen nach Konsequenzen zu stellen. In den nächsten beiden Tagen folgen weitere Diskussionen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück.

Die Studie zum Erzbistum Paderborn aus dem Jahr 2024 deckte 485 Missbrauchsopfer zwischen 1941 und 2002 auf, wobei über 200 Priester belastet wurden. Dennoch sah sich keiner der beschuldigten Geisteslichen seit Veröffentlichung des Berichts offiziellen Konsequenzen ausgesetzt. Als Reaktion brachte die Kirche QR-Codes an den Gräbern der in den Skandal verwickelten Bischöfe an, die zu Informationen über deren Leben und Fehlverhalten verlinken.

Während der Veranstaltung in Dortmund meldeten sich Betroffene wie Michael Heltner zu Wort. Heltner, der in einem kirchlichen Heim missbraucht wurde, forderte angemessene finanzielle Entschädigungen und langfristige psychologische Unterstützung. Erzbischof Bentz versicherte den Anwesenden, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer Entschädigungszahlungen erhalten hätten.

Ein Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Reparationen und Renten für die Überlebenden bereitstellen. Andere regten an, die Gemeinden müssten das Thema offener angehen – etwa durch einen eigenen Sonntag, der der Auseinandersetzung mit dem Skandal gewidmet sei.

Die Treffen unterstreichen die anhaltenden Forderungen nach Aufarbeitung und Unterstützung. Erzbischof Bentz setzt seine Gesprächsrunde fort, mit weiteren Terminen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück. Unterdessen stehen die finanziellen Zusagen und Transparenzmaßnahmen der Kirche weiterhin in der Kritik von Betroffenen und Gläubigen.

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