Eklat vor Landtagswahl: CDU-Mann Hagel wegen "rehbrauner Augen"-Äußerung in der Kritik
Mirjana SchachtEklat vor Landtagswahl: CDU-Mann Hagel wegen "rehbrauner Augen"-Äußerung in der Kritik
In Baden-Württemberg ist vor der Landtagswahl 2026 ein politischer Streit entbrannt. Die grüne Landtagsabgeordnete Zoe Mayer veröffentlichte ein Video aus dem Jahr 2018, in dem der CDU-Kanzlerkandidat Manuel Hagel das Aussehen einer Schülerin detailliert beschreibt. Die CDU warf Mayer und den Grünen umgehend vor, eine gezielte Diffamierungskampagne zu betreiben.
Auslöser der Kontroverse war ein von Mayer geteilter Ausschnitt, in dem Hagel bei einer Veranstaltung 2018 eine Schülerin namens Eva kommentierte. Im Video sprach er von ihren "rehbraunen Augen" – eine Äußerung, die Mayer als unangemessen und sexistisch kritisierte. Sie argumentierte, dass es für einen Politiker inakzeptabel sei, sich auf das Aussehen einer Minderjährigen zu konzentrieren.
Die CDU konterte mit dem Vorwurf, Mayer wolle Hagels Ruf gezielt schädigen. Unionspolitiker bezeichneten den Vorstoß als gezielte Verleumdung und behaupteten, die Grünen würden ein altes Video für politische Zwecke instrumentalisieren. Mayer und ihre Partei wiesen die Vorwürfe zurück und betonten, der Clip zeige ein grundsätzliches Problem mit sexistischer Sprache in der Politik auf.
Zwar hat die CDU in der Vergangenheit wiederholt Gegner – darunter Juristen, Minderheiten und politische Konkurrenten – angegriffen, doch gibt es keine Belege dafür, dass die Partei jemals sexistische Äußerungen eigener Mitglieder für Wahlkampfzwecke genutzt hätte. Es handelt sich um den ersten Vorwurf dieser Art gegen die Grünen in diesem Zusammenhang.
Der Streit eskaliert nur wenige Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Während die CDU Mayer einen kalkulierten Angriff vorwirft, halten die Grünen an ihrer Kritik an Hagels Aussagen fest. Die Affäre hat die Debatte über politisches Anstandsverhalten und den Umgang mit persönlichen Kommentaren im Wahlkampf neu entfacht.