07 June 2026, 00:12

Eine Schriftstellerin deckt Deutschlands unheilbare Spaltung nach 40 Jahren Suche auf

Hattingen Politik Ostdeutschland
                        Deutscher Einheitstag 3. Oktober

Eine Schriftstellerin deckt Deutschlands unheilbare Spaltung nach 40 Jahren Suche auf

Eine Schriftstellerin hat nach Jahrzehnten der Trennung das Leben ihrer Mutter rekonstruiert und dabei Geschichten von Spaltung und Vorurteilen in Deutschland aufgedeckt. Ihre Suche endete auf der Insel Rügen, wo ihre Mutter seit Kriegsende gelebt hatte. Unterwegs stieß sie auf anhaltende Spannungen zwischen Ost- und Westdeutschen – im Alltag wie auch in der Fußballkultur.

Die Autorin wurde 1945 geboren, doch kurz darauf in ein Kinderheim nach Wuppertal gebracht. Ihre Mutter, die im Osten blieb, nahm sich später das Leben. Vierzig Jahre lang suchte die Schriftstellerin, bis sie schließlich das letzte Zuhause ihrer Mutter in Bergen auf Rügen ausfindig machte.

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Selbst nach der Wiedervereinigung erlebte sie Diskriminierung. In einem ostdeutschen Restaurant stand auf einer Fußmatte: „Bewahre uns vor Sturm und Wind und Westdeutschen, die im Osten sind.“ Als sie einen Cappuccino bestellte, begegnete ihr offene Feindseligkeit. Später wurde ihr verboten, im Osten zu unterrichten, weil die Schulleiterin Westdeutschen misstraute.

Die Spaltung zeigt sich nicht nur in persönlichen Begegnungen. Schalke-Fans skandieren bei Spielen immer wieder „Wir hassen die DDR“. Zwischen Anhängern von RW Essen und Hansa Rostock kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Doch in Hattingen, einer Stadt mit einem internationalen Frauenkaffee und einer Moschee für die türkische Gemeinschaft, gibt es keinen Ort, an dem Ostdeutsche ihre Erfahrungen teilen können.

Die Reise der Schriftstellerin legte tief verwurzelte Gräben offen, die Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung fortbestehen. Die Geschichte ihrer Mutter, eingebettet in eine Welt aus Fußballgewalt und Alltagsvorurteilen, zeigt, wie die Vergangenheit bis heute Leben prägt. Die Suche nach Zugehörigkeit dauert an – während manche Gemeinschaften weiterhin keine Räume haben, um ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

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