04 March 2026, 13:36

Ehemaliges Kohlebergwerk wird zum Mega-Batteriespeicher für Windstrom aus der Nordsee

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datendetails bereitstellt.

Ehemaliges Kohlebergwerk wird zum Mega-Batteriespeicher für Windstrom aus der Nordsee

In Ibbenbüren soll das alte Steinkohlebergwerk in eine riesige Batteriespeicheranlage umgewandelt werden. Das mit 300 Millionen Euro finanzierte Vorhaben wird das größte seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Die Planer wollen damit Windenergie aus der Nordsee speichern und bei Spitzenlast ins Netz einspeisen.

Die Anlage wird Hunderte von LFP-Batterien – ähnlich denen in Elektrofahrzeugen – nutzen, um Strom zu speichern und wieder zu verteilen. Nach der Inbetriebnahme könnte sie bis zu 500.000 Haushalte zweimal täglich mit 1,9 Gigawattstunden Energie versorgen. Der Großspeicherverband (GFGBA) rechnet mit einer Fertigstellung bis Herbst 2028, Verzögerungen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Der Standort des ehemaligen Bergwerks im nördlichen Münsterland bietet einen entscheidenden Vorteil: Er ist bereits an das Hochspannungsnetz angebunden und liegt in unmittelbarer Nähe zu den Nordsee-Windparks. Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) bezeichnete das Projekt als "grüne Steckdose" für die Region. Neben dem Batteriespeicher soll das ehemalige Kohleareal zu einer neuen Industrie- und Gewerbezone entwickelt werden.

In Nordrhein-Westfalen laufen derzeit mindestens drei weitere große Batterieprojekte. Dazu gehören eine 15,8-Megawatt-Anlage in Wegberg, ein 55-Megawattstunden-Bürgerbatteriespeicher in Beckum sowie ein hybrider Solar-Batteriepark in Schieder-Schwalenberg, dessen Bau im Herbst 2026 beginnen soll. Mit einer Kapazität von 1,9 Gigawattstunden übertrifft Ibbenbürens Projekt jedoch alle bisherigen Planungen.

Das Vorhaben markiert einen wichtigen Schritt bei der Umnutzung ehemaliger Kohleinfrastruktur für erneuerbare Energien. Dank der Netzanbindung und seiner Größe könnte die Anlage eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung von Angebot und Nachfrage in Westfalen und im Ruhrgebiet spielen. Als frühester Inbetriebnahmetermin gilt weiterhin der Herbst 2028.