Durchbruch in der Früherkennung: Kartoffelkrebs könnte bald schneller erkannt werden
Gotthold UllmannDurchbruch in der Früherkennung: Kartoffelkrebs könnte bald schneller erkannt werden
Neue Methode zur Früherkennung der Kartoffelkrebs-Krankheit könnte die Bekämpfung der gefährlichen Bedrohung revolutionieren
Forscher haben herausgefunden, dass befallene Kartoffeln charakteristische Geruchsstoffe absondern, die eine schnellere Identifizierung ermöglichen – noch bevor sich die Krankheit ausbreitet. Sollte sich dieser Ansatz bewähren, könnte er zu tragbaren Tests führen, die direkt auf den Feldern eingesetzt werden können.
Der Kartoffelkrebs, ausgelöst durch den Erreger Synchytrium endobioticum, zählt zu den gefürchtetsten Quarantäneschädlingen mit verheerenden Folgen. Befallene Flächen dürfen oft jahrzehntelang nicht mehr für den Kartoffelanbau genutzt werden, was für Landwirte erhebliche wirtschaftliche Verluste bedeutet. Bisherige Nachweismethoden erkennen die Krankheit häufig erst, wenn sie sich bereits fest etabliert hat.
Wissenschaftler der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Julius Kühn-Institut (JKI), haben nun einen Weg gefunden, Infektionen früher zu erkennen. Im Rahmen des Projekts "SYNergie" identifizierten sie sieben spezifische flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die auf den Befall hinweisen. Infizierte Kartoffeln geben demnach eine andere chemische "Duftnote" ab als gesunde – eine Entdeckung, die eine Früherkennung durch Geruchsanalyse ermöglicht.
Stand Februar 2026 befindet sich die Methode noch in der Forschungs- und Erprobungsphase. Feldtests laufen derzeit in Norddeutschland, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern, sowie in den Niederlanden und Belgien. Die Versuche werden durch EU-geförderte Programme unterstützt, darunter Initiativen im Rahmen von Horizon Europe. Ziel ist es, die Technik zu verfeinern, bevor sie in wichtigen Kartoffelanbaugebieten wie Niedersachsen und Bayern flächendeckend eingesetzt wird.
Langfristig könnte das neue, auf VOCs basierende Nachweissystem zu mobilen Schnelltests für Landwirte führen. Darüber hinaus ließe sich die Methode möglicherweise auch zur Erkennung anderer Pflanzenschädlinge im Feld nutzen. Bis dahin laufen jedoch weitere Tests, um die Zuverlässigkeit des Verfahrens zu bestätigen, bevor es in der Praxis breiter Anwendung findet.