Dortmunds historischer Machtwechsel: CDU-Oberbürgermeister bricht 80-jährige SPD-Ära
Heinz-Josef ZirmeDortmunds historischer Machtwechsel: CDU-Oberbürgermeister bricht 80-jährige SPD-Ära
Dortmund hat nach fast 80 Jahren erstmals einen Bürgermeister, der nicht der SPD angehört. Der Christdemokrat Alexander Kalouti (CDU) trat sein Amt an – ein historischer Wechsel nach Jahrzehnten sozialdemokratischer Führung. Seine Wahl markiert eine deutliche Zäsur in der politischen Landschaft der Stadt.
Der neue Oberbürgermeister steht vor einem gespaltenen Stadtrat ohne klare Mehrheit. Seine CDU-Fraktion bleibt hinter der SPD nur zweitstärkste Kraft, was ihn zwingt, für zentrale Vorhaben nach Bündnispartnern zu suchen.
Offiziell beginnt Kaloutis Amtszeit mit der ersten Sitzung des Stadtrats am 13. November. Anders als bei früheren Amtsübergaben gab es diesmal keine formelle Übergabezeremonie mit seinem Vorgänger Thomas Westphal – Terminkollisionen machten dies unmöglich.
Die Vorbereitung auf das Amt hielt ihn in den letzten Wochen auf Trab: Er studierte die Dortmunder Gemeindeordnung, traf sich mit Ratsmitgliedern und verschaffte sich einen Überblick über die Stadtverwaltung. Sein erster Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung des städtischen Niedergangs, insbesondere in der Innenstadt. Inspiriert vom Erfolg des After-Work-Markts will er mehr lebendige öffentliche Räume schaffen.
Mit über einem Dutzend Fraktionen im Rat wird der Aufbau stabiler Allianzen zur Herausforderung. Kalouti setzt auf themenbezogene Kooperationen, um seine Agenda voranzubringen – statt auf eine feste Mehrheit. Seine Strategie basiert darauf, für jedes Vorhaben gemeinsame Nenner zu finden.
Mit Kaloutis Wahl endet eine fast 80-jährige SPD-Herrschaft in Dortmund. Seine Pläne für die Innenstadt und sein verhandlungsorientierter Kurs werden die ersten Monate seiner Amtszeit prägen. Angesichts des zersplitterten Rats wird Fortschritt von Kompromissbereitschaft und geschicktem Verhandeln abhängen.






