Dortmunds Champions-League-Aus reißt 22-Millionen-Loch in die Vereinsbilanz
Gerlinde HeinrichDortmunds Champions-League-Aus reißt 22-Millionen-Loch in die Vereinsbilanz
Borussia Dortmunds frühes Ausscheiden in der Champions League hinterlässt ein Millionenloch
Der vorzeitige Abschied von Borussia Dortmund aus der Champions League stellt den Verein vor erhebliche finanzielle Probleme. Sportdirektor Sebastian Kehl räumte ein, dass man auf das Ausscheiden nicht vorbereitet war und nun mit Verlusten von bis zu 22 Millionen Euro rechnet.
Der Klub hatte mit Einnahmen von 50 bis 60 Millionen Euro aus der Königsklasse kalkuliert, doch die Viertelfinalniederlage gegen Atlético Madrid im Frühjahr 2024 zwang zu einer raschen strategischen Neuausrichtung.
Noch vor dem K.-o.-Spiel hatte Dortmund für die Saison 2023/24 eine Bandbreite zwischen 5 Millionen Euro Gewinn und 5 Millionen Euro Verlust prognostiziert. Die Champions-League-Erlöse waren dabei zentral – selbst das Erreichen des Achtelfinals hätte eine Prämie von 11 Millionen Euro garantiert. Durch das unerwartete Ausscheiden entfielen diese Einnahmen, sodass nun eine Lücke von 12 bis 22 Millionen Euro klafft.
Ohne DFB-Pokal und mit nur noch der Bundesliga als verbleibendem Wettbewerb hat der Verein die Prioritäten verschoben. Neue Partnerschaften mit Unternehmen wie Puma und 1&1 sollen die Einnahmen aus Merchandising und Sponsoring steigern. Trotz der Verluste betont Dortmund, auf drastische Sparmaßnahmen verzichten zu wollen und das Budget stattdessen durch diversifizierte Einnahmequellen auszugleichen.
Kehl bezeichnete das Ergebnis als "tief enttäuschend". Er gab zu, dass man die Möglichkeit eines frühen Scheiterns nicht in Betracht gezogen habe – nun müsse man sowohl finanziell als auch sportlich improvisieren.
Das Champions-League-Aus kostet Dortmund nicht nur Millionen, sondern erfordert auch eine grundlegende Überprüfung der Finanzstrategie. Der Klub setzt nun auf Einnahmen aus inländischen TV-Rechten, Sponsoring und Merchandising, um die Lücke zu schließen. Einziger verbleibender Wettbewerb in dieser Saison ist die Bundesliga, in der die Mannschaft nach dem teuren europäischen Aus neu formieren muss.