12 February 2026, 02:19

Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier Brüder nach tödlichem Polizeieinsatz

Eine Gruppe deutscher Gefangener in Frankreich, die Waffen haltend auf dem Boden stehen, mit Bäumen, Häusern und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier Brüder nach tödlichem Polizeieinsatz

In Dortmund formiert sich ein breites Bündnis, das sich für langfristige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse für zwei Brüder einsetzt, die mit einem umstrittenen Polizeieinsatz in Verbindung stehen. Lassana und Sidy Dramé leben seit zwei Jahren in der Stadt, doch ihre Zukunft ist ungewiss, da ihre Aufenthaltstitel bald ablaufen. Ihr Bruder Mouhamed Dramé kam 2022 bei einem Polizeieinsatz ums Leben – ein Fall, der noch in der Berufung verhandelt wird.

Die beiden Brüder waren 2022 nach Dortmund gekommen, um das juristische Verfahren nach dem Tod von Mouhamed Dramé bei einem Polizeieinsatz zu begleiten. Ursprünglich waren fünf Beamte wegen des unrechtmäßigen Einsatzes von Pfefferspray und tödlicher Gewalt angeklagt worden. Ein Gericht sprach sie jedoch später frei und begründete dies damit, dass der Schusswaffengebrauch notwendig gewesen sei, um einen Suizid zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, der Befehl zum Pfefferspray-Einsatz sei rechtswidrig gewesen und habe die Konfrontation eskalieren lassen. Nun liegt der Fall beim Bundesgerichtshof in Berufung.

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Beide Brüder haben trotz ihres Engagements Schwierigkeiten, Arbeitserlaubnisse zu erhalten. Sidy, 39, ein ausgebildeter Schneider, leitet eine ehrenamtliche Nähwerkstatt. Lassana, 26, unterstützt eine lokale Künstlerin, darf aber keine bezahlte Arbeit annehmen. Ihre Aufenthaltstitel liefen während der Wartezeit auf das Berufungsverfahren aus.

In einem offenen Brief fordern zivilgesellschaftliche Gruppen und lokale Vertreter – darunter die Bezirksbürgermeisterin der Nordstadt, Hannah Rosenbaum – die Stadt auf, den Brüdern dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsrechte zu gewähren. Die Migrationsanwältin Claire Deery argumentiert, dass eine Verlängerung aufgrund des laufenden Berufungsverfahrens gerechtfertigt sei und das Dortmunder Ausländeramt Ermessensspielraum bei der Erteilung der Genehmigungen habe. Auch der Stadtkämmerer Jörg Stüdemann unterstützt den Appell aus humanitären Gründen.

Die Dortmunder Behörden haben die Besonderheit des Falls anerkannt. Das Ausländeramt prüft nun, ob erstmals Arbeitserlaubnisse erteilt werden können.

Die Zukunft der Brüder in Dortmund hängt weiterhin vom Berufungsverfahren und der Entscheidung der Stadt über ihre Aufenthaltstitel ab. Bei einer Genehmigung könnten sie endlich legal arbeiten und ein selbstständiges Leben aufbauen. Das Ergebnis wird auch zeigen, wie die Stadt mit Fällen umgeht, die rechtliche Auseinandersetzungen und gesellschaftliches Engagement verbinden.