Dinslakens erstes Stadtgespräch zeigt Haushaltsnot und Bürgerproteste auf
Mirjana SchachtDinslakens erstes Stadtgespräch zeigt Haushaltsnot und Bürgerproteste auf
Dinslakens erstes Stadtgespräch fand mit reger Beteiligung statt
Am 11. März 2026 versammelten sich rund 70 Bürgerinnen und Bürger zum ersten Stadtgespräch in Dinslaken, an dem auch Bürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae teilnahmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der anstehende Haushaltsplan der Stadt, über den der Rat am 26. März abstimmen wird.
Die Diskussion bot den Anwesenden die Möglichkeit, ihre Sorgen zu äußern – etwa über steigende Steuern, die Zukunft der Eishalle, Verzögerungen beim Schulbau und die hohe Fehlzeitenquote in der Stadtverwaltung. Einige fragten kritisch nach, ob frühere finanzpolitische Entscheidungen die aktuelle Haushaltsnot hätten abmildern können.
Haushaltslage verschärft sich seit Jahren In den vergangenen fünf Jahren hat sich die finanzielle Situation Dinslakens deutlich verschlechtert. Die jährlichen Haushaltsdefizite stiegen von 12 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 28 Millionen Euro 2025 an, während die Gesamtverschuldung von 220 Millionen auf etwa 310 Millionen Euro bis Ende 2025 wuchs. Als Hauptgründe für diese Entwicklung wurden sinkende Steuereinnahmen, gestiegene Sozialausgaben und hohe Infrastrukturkosten genannt.
Trotz der angespannten Lage verwies Bürgermeister Panke auf mehrere anstehende Projekte: Die EBGS-Schule erhält eine neue Turnhalle, die Feuerwehrwache in Eppinghoven wird saniert, und das Schulzentrum in Hiesfeld ist mittlerweile fertiggestellt. Zudem werden im gesamten Stadtgebiet die Straßenlaternen durch energieeffiziente LEDs ersetzt. Darüber hinaus schlagen die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) eine Neugestaltung des Gelände des Hiesfelder Freibads vor – aktuell laufen Vertragsverhandlungen.
Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen geplant Stadtkämmerer Achim Thomae skizzierte die geplanten Einsparungen und Steueranpassungen, um das Haushaltsdefizit zu verringern. Bürgerinnen und Bürger mit offenen Fragen wurden gebeten, sich an das Bürgermeisterbüro unter [email protected] zu wenden. Ein weiteres Stadtgespräch ist für den Herbst vorgesehen, um den Dialog fortzusetzen.
Die Veranstaltung wurde insgesamt positiv aufgenommen, da sie eine offene Auseinandersetzung mit den Zukunftsfragen der Stadt ermöglichte.
Fazit: Klare Prioritäten, aber enge Spielräume Das Stadtgespräch am 11. März brachte Licht in die drängendsten finanziellen Herausforderungen und zeigte gleichzeitig auf, welche Infrastrukturprojekte trotz der angespannten Lage umgesetzt werden sollen. Mit der anstehenden Haushaltsabstimmung am 26. März haben die Bürgerinnen und Bürger nun ein besseres Verständnis für die Prioritäten und Grenzen der Stadt. Die Diskussion wird im nächsten Stadtgespräch später in diesem Jahr fortgeführt.