Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Heinz-Josef ZirmeDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach mehr als einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem defekt in den Regalen stehen.
Bund und Länder besiegeln DigitalPakt 2.0 – Schulen in Solingen bleiben skeptisch
Die Bundesregierung und die Länder haben den DigitalPakt 2.0 verabschiedet, ein neues Förderprogramm zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur an Schulen. Der auf fünf Jahre angelegte Plan soll langfristige Finanzierungssicherheit für Modernisierungsvorhaben schaffen. Doch Sorgen bleiben: Die Mittel wurden gekürzt, und bürokratische Hürden könnten die Umsetzung verzögern.
Der neue Pakt stellt lediglich 500 Millionen Euro für Neuinvestitionen bereit – deutlich weniger als sein Vorgänger. Schulen wie die in Solingen hatten monatelang in Unsicherheit agieren müssen, was dringende Reparaturen und Geräteersatz verzögerte. Nun wird die Einigung zwar begrüßt, doch die Zurückhaltung ist spürbar. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei Weitem nicht genug“, heißt es aus Kreisen der Schulverwaltung.
Kritiker monieren, dass der bloße Austausch veralteter Technik nicht ausreiche. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine Lehrergewerkschaft, fordert moderne Unterrichtsmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und bessere Fortbildungen für Lehrkräfte. Zudem verlangt der Verband schnellere, bürokratiearme Förderverfahren und klare Vorgaben, wofür die Gelder verwendet werden dürfen. Ein weiteres Problem: Die Länder können eigene Ausgaben mit den Bundesmitteln verrechnen – einige befürchten daher, dass am Ende weniger Geld für neue digitale Werkzeuge übrig bleibt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeichnet für den Finanzrahmen 2025–2029 verantwortlich, in den auch die digitalen Initiativen eingebettet sind. Der VBE drängt bereits jetzt auf frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um künftige Finanzierungslücken zu vermeiden.
Für Solingen ist die fünfjährige Förderzusage ein wichtiger Baustein. Doch lokale Verantwortliche betonen: Nachhaltiger Erfolg hänge nicht allein von Geld ab, sondern von langfristiger Planung und einem Umdenken in der digitalen Bildung. Der Verband warnt, dass digitales Lernen kein kurzfristiges Projekt sei, sondern eine dauerhafte Aufgabe, die entsprechend finanziert werden müsse.
Fazit: Licht und Schatten beim DigitalPakt 2.0
Der neue Pakt bringt dringend benötigte Mittel – doch mit ihm kommen auch neue Herausforderungen. Schulen erhalten Unterstützung für Aufrüstungen, doch das gekürzte Budget und mögliche Kürzungen auf Landesebene könnten den Fortschritt bremsen. Die Forderung nach einem dritten Pakt zeigt: Die Sorge, dass die digitale Bildung auch künftig nicht ausreichend ausgestattet sein könnte, bleibt bestehen.
