15 January 2026, 20:55

Deutsche Bahn modernisiert Strecke Hagen–Köln – doch marode Stellwerke bleiben unberührt

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Bahnhofs mit einer zentralen Signalbox, umgeben von Bahnschienen und einem Gebäude im Hintergrund, mit Text unten.

Deutsche Bahn modernisiert Strecke Hagen–Köln – doch marode Stellwerke bleiben unberührt

Großes Sanierungsprojekt an der Eisenbahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln in der Kritik: Veraltete Stellwerke bleiben unangetastet

Ein umfangreiches Modernisierungsvorhaben entlang der Eisenbahnachse Hagen–Wuppertal–Köln steht wegen der Vernachlässigung maroder Stellwerke in der Kritik. Trotz ihres desolaten Zustands bestätigte die Deutsche Bahn, dass keine Aufrüstung geplant sei – was die Modernisierungsbemühungen um Jahre verzögert. Kritiker wie der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel bezeichnen Teile des Projekts als unzureichend und schlecht umgesetzt.

Die Verantwortung für die Schieneninfrastruktur liegt laut Artikel 87e des Grundgesetzes beim Bund. Die Finanzierung der Streckenmodernisierung erfolgt über das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwaG), während die Instandhaltung von der DB Netz AG gesteuert wird. Doch die Deutsche Bahn gab bekannt, dass acht veraltete Stellwerke entlang der Strecke nicht erneuert werden. Drei davon – in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck – befinden sich in einem katastrophalen Zustand, zwei weitere werden als „mangelhaft“ eingestuft.

Hinzu kommt, dass das moderne Europäische Zugsicherungssystem (ETCS) auf diesem Abschnitt nicht eingeführt wird. Als Begründung nannte die Bahn zu kurze Planungszeiten und fehlende Vorarbeiten. Zudem erhalten nur sechs der wichtigsten Bahnhöfe eine vollständige Sanierung, wobei lediglich vier als „zukunftsfähig“ gelten. Die restlichen Bauarbeiten werden frühestens Ende 2027 abgeschlossen – lange nach Fertigstellung der eigentlichen Streckensanierung.

Matthias Gastel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte scharf, dass der Verzicht auf die Stellwerkserneuerung angesichts ihres Zustands „inakzeptabel“ sei. Der Abgeordnete Ulrich Lange (mittlerweile in Regierungsverantwortung) bezeichnete Teile der Sanierung als „halbherzige Flickschusterei“. Gastel forderte Lange auf, die Mängel umgehend zu beheben.

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Die Modernisierung der Strecke wird somit ohne die dringend benötigte Stellwerkserneuerung und ohne ETCS-Einführung vorangetrieben. Zwar gibt es Teilmodernisierungen an Bahnhöfen, doch die vollständige Sanierung von sechs Standorten zieht sich mindestens bis 2027 hin. Die Deutsche Bahn lässt damit kritische Infrastruktur weiter verfallen – ohne konkrete Pläne für einen Ersatz.