21 March 2026, 16:17

Deepfake-Pornografie offenbart gravierende Lücken im deutschen Rechtssystem

Eine Frau in einem weißen Hemd steht vor einem Gebäude mit einem Zitat über die Unterstützung von Opfern von Extremismus, mit einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Deepfake-Pornografie offenbart gravierende Lücken im deutschen Rechtssystem

Der Fall von Collien Fernandes, die mutmaßlich von ihrem Ex-Mann mit Deepfake-Pornografie konfrontiert wurde, hat gravierende rechtliche Lücken bei der Ahndung solcher Straftaten offenbart. In Deutschland bietet das geltende Recht nur begrenztes Schutz, während Spanien – wo Fernandes lebt – strengere Regelungen hat und weitere Reformen anstehen. Politiker und Juristen fordern nun dringend Änderungen, um der wachsenden Bedrohung durch KI-generierten Missbrauch zu begegnen.

Fernandes' Situation zeigt, wie das deutsche Rechtssystem mit Deepfake-Missbrauch kämpft. Zwar existieren Regelungen wie das Kunsturhebergesetz und Beleidigungstatbestände, doch allein das Erstellen von Deepfakes ist nicht explizit strafbar – es sei denn, sie werden verbreitet oder beinhalten Minderjährige. Justizministerin Stefanie Hubig hat zwar Reformbedarf eingeräumt, doch Fortschritte bleiben zäh.

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In Spanien könnte Fernandes auf stärkeren rechtlichen Rückhalt hoffen. Bestehende Gesetze decken Identitätsdiebstahl, Verletzungen der Privatsphäre und Rachepornografie ab, und ein geplanter Gesetzesentwurf sieht Haftstrafen von ein bis zwei Jahren für die Verbreitung nicht einvernehmlicher KI-generierter Deepfakes vor. Ein jüngst verhandelter Fall um einen Skandal an einer Schule in Almendralejo endete bereits mit einer Geldstrafe von 2.000 Euro nach ähnlichen Vorschriften. Allerdings erschweren Vorwürfe wie "virtuelle Vergewaltigung" die rechtliche Einordnung.

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich deutlich zum Fall geäußert. Sie lobte Fernandes als "eine mutige Frau", deren öffentliche Haltung anderen Opfern ein starkes Signal sende. Gleichzeitig kritisierte Neubaur das schleppende Tempo der Gesetzgebung und warnte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine flächendeckende Gefahr darstellten.

Um diese Lücken zu schließen, schlug Neubaur mehrere Reformen vor. Sie forderte spezialisierte Gerichte für sexualisierte Gewalt – sowohl in physischer als auch in digitaler Form. Zudem verlangte sie eine Aktualisierung des Sexualstrafrechts, um digitale und physische Übergriffe gleichzustellen. Ohne diese Änderungen, argumentierte sie, blieben Opfer wie Fernandes weiterhin unzureichend geschützt.

Die rechtlichen Hürden in Fernandes' Fall unterstreichen die Notwendigkeit klarerer Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch. Deutschlands aktueller Rahmen lässt Betroffene oft ohne Handlungsoptionen, während Spaniens strengerer Ansatz Vorbildcharakter haben könnte. Sollten Reformen wie spezialisierte Gerichte und angepasste Strafgesetze umgesetzt werden, könnten künftige Fälle härtere Konsequenzen für Täter nach sich ziehen.

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