07 March 2026, 12:12

Cottbus Pride 2025 bricht alle Rekorde – doch die Spannungen bleiben

Eine große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Schildern steht vor einem Gebäude, mit einem Mast im Vordergrund und Bäumen auf beiden Seiten, bei einer Gay-Pride-Veranstaltung in Berlin.

Cottbus Pride 2025 bricht alle Rekorde – doch die Spannungen bleiben

Cottbus Pride 2025 verzeichnete größten Zulauf aller Zeiten

Rund 1.000 Menschen zogen beim Cottbus Pride 2025 unter dem Motto "Vereint in Frieden und Vielfalt" durch die Stadt – so viele wie nie zuvor. Die Veranstaltung setzte ein deutliches Zeichen gegen Hass und Diskriminierung, obwohl es vor und nach dem Umzug zu Spannungen kam. Die Organisator:innen meldeten Vandalenakte an Regenbogenflaggen in der Nacht zuvor, nur eine Woche nach einem Brandanschlag auf ein lokales queeres Zentrum.

Der Christopher-Street-Day (CSD)-Umzug begann mit einer 20 Meter langen Pride-Fahne, die entlang der Route entrollt wurde. An der Spitze des Marsches gingen die Dragqueen Miss Cherry Moonshine und ein Storch in roten Hosen, der einen Korb mit Kondomen trug. Reden in mehreren Sprachen betonten internationale Solidarität, während antifaschistische Parolen durch die Innenstadt hallten.

Etwa 200 Unterstützer:innen waren extra aus anderen Städten angereist. Zwar wurden rechtsextreme Gegenproteste angemeldet, doch fanden sich nur wenige Teilnehmer:innen ein. Nach dem Umzug kam es am Bahnhof zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Pride-Teilnehmenden und Fans des FC Energie Cottbus.

Die Demonstration forderte auch politische Veränderungen, darunter eine Erhöhung des Budgets für den Queeren Aktionsplan Brandenburg von 224.000 auf 500.000 Euro. Zwar hat die Landesregierung Maßnahmen wie Antidiskriminierungsinitiativen, Unterstützung für die LGBTQ+-Community und inklusive Lehrpläne eingeführt, doch kritisieren lokale Aktivist:innen, dass die Fortschritte zu langsam seien. Sie bemängeln unzureichende Finanzierung sowie Verzögerungen beim Schutz von Wohn- und Arbeitsrechten queerer Menschen.

Der Cottbus Pride 2025 brach zwar alle Besucherrekorde, doch die Vorfälle vor und nach der Veranstaltung zeigten: Die Herausforderungen bleiben bestehen. Organisator:innen und Teilnehmende fordern weiterhin stärkeren Schutz und mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Der Queere Aktionsplan des Landes steht unter Druck, Reformen zu beschleunigen und zusätzliche Mittel zu sichern.

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