21 April 2026, 14:15

Caren Jess bricht mit zwei neuen Stücken gesellschaftliche Tabus auf der Bühne

Skizze für eine Regentschaftsrede mit dem Titel "Verrückte Söhne Wahnsinn", die regierende Figuren in Kronen und Umhängen, verschiedene Tiere in dynamischen Posen und kräftigen Text zeigt.

Caren Jess bricht mit zwei neuen Stücken gesellschaftliche Tabus auf der Bühne

Caren Jess hat zwei beeindruckende neue Stücke präsentiert, die gesellschaftliche Normen und historische Lasten herausfordern. Die Katze Eleonore feierte 2023 in Dresden Premiere, während Bookpink – Neuankömmlinge kürzlich am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde. Beide Werke verbinden scharfe Gesellschaftskritik mit mutiger Bühnensprache und erkunden, wie Menschen und Tiere Unterdrückung und Kontrolle erleben.

In Die Katze Eleonore verwandelt sich eine Frau in eine Katze, um dem erdrückenden Druck menschlicher Erwartungen zu entfliehen. Das Stück entfaltet sich in drei Szenen, die jeweils zeigen, wie Menschen und Kreaturen sich unter struktureller Gewalt anpassen. Jess verwebt auch persönliche Geschichte in das Stück, etwa Erinnerungen an ihre Großmutter Erdmuth, deren Leben während der NS-Zeit eingeschränkt war.

Die Dialoge sprühen vor ideologischen Spitzen, serviert mit beißendem Humor. Doch die letzte Szene hinterlässt das Publikum in stiller Erschütterung – Satire weicht hier der Trauer. Kathrin Froschs Kostüme und Bühnenbild verstärken die Wirkung der Inszenierung und tauchen sie in eine lebendige, popartige Energie.

Bookpink – Neuankömmlinge rückt Tiere in den Fokus, die von menschlicher Macht gefangen oder ausgebeutet werden. Das Stück nimmt Sozialdarwinismus, Biologismus und die Mythen von rassischer und körperlicher Überlegenheit ins Visier. Gleichzeitig kritisiert es Kapitalismus und Kolonialismus als Kräfte, die sowohl menschliches als auch tierisches Leid prägen.

Jess' neueste Werke setzen sich mit schweren Themen von unerbittlicher Klarheit auseinander. Die Katze Eleonore und Bookpink – Neuankömmlinge nutzen surreales Erzählhandwerk und kraftvolle Bilder, um historische und moderne Unterdrückung bloßzulegen. Beide Stücke haben nun in Dresden und Berlin Publikum erreicht und Diskussionen über Anpassung, Macht und Widerstand angeregt.

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