24 December 2025, 16:33

Bürgerprotest gegen umstrittenen Schienenausbau bei Aachen eskaliert

Ein Zug auf Schienen mit Autos, Strommasten, Bäumen und einem Himmel im Hintergrund.

Bürgerprotest gegen umstrittenen Schienenausbau bei Aachen eskaliert

Lokaler Widerstand wächst gegen Pläne zum Ausbau des Schienenverkehrs auf zwei Strecken in der Nähe von Aachen. Die Bürgerinitiative „Eiserne Rhein 2.0“ hat bei der Deutschen Bahn und dem Bundesverkehrsministerium Bedenken vorgebracht. Im Fokus stehen die Strecken Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck, auf denen bald mehr Züge verkehren könnten.

Anwohner kritisieren, dass für beide Projekte eine klare Begründung fehlt, da sie im Bundesverkehrswegeplan 2030 nicht aufgeführt sind. Stattdessen tauchen sie nur in einem weniger verbindlichen Zielnetz 2032/2040 auf – und auch nur unter dem Vorbehalt noch ausstehender Absprachen mit den Niederlanden.

Der Streit dreht sich um zwei Streckenausbauten. Die Linie Mönchengladbach–Wegberg–Roermond hat keine bundesweite Priorität. Ihre Zukunft hängt von grenzüberschreitenden Vereinbarungen mit den Niederlanden ab, die bisher nicht abgeschlossen sind. Die Strecke Elmpt–Arsbeck wird derzeit noch für Güterzüge genutzt, die den Industriepark Javelin bedienen. Trotz lokaler Proteste bestätigte die Bezirksregierung Köln ihren Erhalt.

Die Niederlande haben bereits eine Wiederbelebung der historischen Eisernen Rhein-Trasse durch den Nationalpark De Meinweg ausgeschlossen. Diese Entscheidung verstärkt die Unsicherheit über die Ausbaupläne. Unterdessen wehrt sich die Wegberger Gruppe „Eiserne Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert erhalten“ gegen die Vorhaben. Sie lehnt Pläne ab, täglich über 70 zusätzliche Personenzüge sowie mehr Güterverkehr auf den Schienen zu führen.

In einem Schreiben an DB-Chefin Evelyn Palla und Verkehrsminister Volker Wissing (CDU) forderte die Initiative Aufklärung. Sie hinterfragte, wie der Ausbau nicht priorisierter Strecken mit den strengen Förderrichtlinien für steuerfinanzierte Projekte vereinbar sei. Zudem verwies die Gruppe darauf, dass die Strecken in der Verkehrsinfrastrukturstrategie 2030 der Bundesregierung nicht vorkommen – was Zweifel an ihrer Notwendigkeit weckt.

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Die Bürgerinitiative bleibt bei ihrer Kritik am Schienenausbau und verweist auf fehlende Priorisierung sowie unklare Finanzierung. Ohne Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 drohen den Projekten rechtliche und finanzielle Hürden. Die weitere Entwicklung hängt nun von Verhandlungen zwischen Deutschland und den Niederlanden ab – sowie von den Reaktionen der Deutschen Bahn und des Verkehrsministeriums.