03 April 2026, 10:14

Bürger bestimmen die Wahlagenda: Wie ein Projekt die Berichterstattung revolutioniert

Grünes Papier mit "Elections municipales" darauf vor einem weißen Hintergrund.

Bürger bestimmen die Wahlagenda: Wie ein Projekt die Berichterstattung revolutioniert

Ein neuer Ansatz zur Wahlberichterstattung wurde in Deutschland vor der Bundestagswahl 2025 und den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen erprobt. Das Projekt "Eure Stimme. Eure Themen" verlagerte den Fokus von politischen Akteuren hin zu den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Federführend war CORRECTIV.StartHub, ein Innovationslabor für Medien, das sich am US-amerikanischen "Citizen's Agenda"-Modell orientierte.

Die Vorbereitungen für das Projekt begannen mehr als ein halbes Jahr vor dem Wahltag. Zu den ersten Schritten gehörten die Gewinnung von Medienpartnern, die Festlegung klarer Ziele sowie der Start von Bürgerbeteiligungskampagnen.

Die zentrale Phase fand drei bis vier Monate vor der Wahl statt. In dieser Zeit sammelte das Team Fragen und Themen direkt aus der Bevölkerung. Diese Beiträge prägten anschließend die Wahlagenda, die zwei bis drei Monate später ausgearbeitet wurde.

Einen bis zwei Monate vor der Wahl richteten die Redaktionen ihre Berichterstattung an den Prioritäten der Bürger aus. Am Wahltag selbst lag der Schwerpunkt darauf, die Ergebnisse im Kontext der lokalen Anliegen einzuordnen. Nach der Wahl evaluierte das Team den Prozess und seine Wirkung.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist ein praktischer Leitfaden, der anderen Redaktionen hilft, einen ähnlichen, partizipativen Ansatz in der Wahlberichterstattung umzusetzen. Der Leitfaden betont, dass das Engagement über den Wahltag hinaus aufrechterhalten werden sollte, um Bürgerinnen und Bürger langfristig in lokale Themen einzubinden.

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Das Modell wurde in Nordrhein-Westfalen erprobt, doch ob und in welchem Umfang es in anderen Bundesländern Anwendung finden wird, ist noch unklar.

Das Projekt "Eure Stimme. Eure Themen" bot eine strukturierte Methode, um die Wahlberichterstattung stärker an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten – statt an politischen Narrativen. Durch die Dokumentation des Prozesses hat CORRECTIV.StartHub anderen Redaktionen ein Vorbild geliefert, um die Verbindung zur Gemeinschaft zu stärken. Ob der Ansatz auf weitere Bundesländer ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten.

Quelle