03 March 2026, 20:18

Bundesweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum Tausende schließen und protestieren

Eine Apotheke namens 'The Generics Pharmacy' umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Topfpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Bundesweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum Tausende schließen und protestieren

Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März 2026 zu einem eintägigen Proteststreik. Am 23. März 2026 bleiben Apotheken bundesweit für einen Tag geschlossen, um gegen jahrelange finanzielle Belastungen und Unterfinanzierung im Sektor zu protestieren. Der Streik, organisiert vom Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), sieht vor, dass nur Notdienste in den Bereitschaftsapotheken aufrechterhalten werden. Hintergrund der Aktion ist ein drastischer Rückgang der Apothekenzahlen: Allein 2025 wurden 502 Schließungen verzeichnet. Aktuell arbeiten etwa sieben Prozent der verbleibenden 16.601 Apotheken mit Verlusten, während ein Viertel unter schweren finanziellen Problemen leidet. AVWL-Vorsitzender Thomas Rochell bestätigte, dass sich alle Standorte – mit Ausnahme der Notdienstapotheken – am Streik beteiligen werden. Parallel ist eine Großdemonstration in Düsseldorf geplant. Als Hauptgrund für die Krise nennen Apotheker seit über zwei Jahrzehnten stagnierende Erstattungssätze, während die Personalkosten und Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen sind. Hinzu kommen Inflation, bürokratische Hürden und Lieferengpässe. Die Schließungen haben bereits zu längeren Anfahrtswegen für Patienten, eingeschränktem Zugang zu Impfungen und verlängerten Wartezeiten geführt. Der Streik wird als Kampf für die Patientenversorgung dargestellt: Die Apotheker betonen, sie wollten die Qualität ihrer Dienstleistungen erhalten. Die Bevölkerung wird aufgefordert, die Proteste zu unterstützen – etwa durch Teilnahme an der Kundgebung in Düsseldorf oder durch Unterzeichnung einer Online-Petition. Am 23. März bleiben die meisten Apotheken geschlossen, nur Notdienststellen sind geöffnet. Die Organisatoren hoffen, mit der Aktion eine faire Finanzierung durchzusetzen und die wirtschaftliche Not der Betriebe zu lindern. Ohne Veränderungen drohen weitere Schließungen und Einschränkungen im Service.