29 December 2025, 08:27

Brandenburg kämpft mit neuen MVZ gegen den wachsenden Hausarztmangel

Ein Krankenhausgebäude mit mehreren Fahrzeugen, Bäumen und einem Zaun davor.

Brandenburg kämpft mit neuen MVZ gegen den wachsenden Hausarztmangel

Brandenburg plant Förderung neuer medizinischer Versorgungszentren, um Hausarztmangel zu bekämpfen

Die Landesregierung in Brandenburg bereitet die Finanzierung neuer medizinischer Versorgungszentren (MVZ) vor, um der wachsenden Knappheit an Hausärzten entgegenzuwirken. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann warnte, dass sich die Wartezeiten auf Termine weiter verschärfen werden, da in den kommenden Jahren viele ältere Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen.

Die Landesregierung erarbeitet derzeit neue Förderrichtlinien, um die Gründung solcher Zentren zu unterstützen. MVZ können Ärzte angestellt beschäftigen und flexible Arbeitszeiten anbieten – ein Modell, das besonders für jüngere Mediziner attraktiv ist, die zunehmend Teilzeitstellen gegenüber der klassischen Selbstständigkeit bevorzugen. Seit 2015 wurden in der Region bereits über 60 dieser Zentren eröffnet; bis 2035 könnten Hunderte weitere hinzukommen.

Die finanziellen Hilfen sollen nicht nur öffentlichen Trägern vorbehalten bleiben. Auch private Ärztenetzwerke können Fördergelder beantragen, wobei Laumann betont, dass die medizinischen Entscheidungen in der Hand von Ärzten und Pflegekräften – und nicht bei externen Investoren – liegen müssen. Ein lokales Beispiel ist das MVZ in Kalletal, das durch zinsgünstige Kredite vor der Schließung bewahrt wurde und so die hausärztliche Versorgung aufrechterhalten konnte. Eine endgültige Entscheidung über das Förderprogramm wird noch vor Weihnachten erwartet. Der Schritt folgt einem Gerichtsurteil vom Dezember 2024, das die Krankenhausplanungsreformen des Landes bestätigte. Weitere bundesweite Anpassungen der Krankenhausfinanzierung sind in diesem Jahr noch in Arbeit.

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Ziel der neuen Förderung ist es, die ambulante Grundversorgung in unterversorgten Gebieten zu stabilisieren. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle und des Trends junger Ärzte zu Angestelltenverhältnissen hofft das Land, durch die MVZ die Belastung des Systems zu verringern. Die genauen Modalitäten des Programms sollen in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.