BfS stoppt Solinger Kita-Gebührenerhöhung: Fehlende Daten entfachen Streit
Mirjana SchachtBfS stoppt Solinger Kita-Gebührenerhöhung: Fehlende Daten entfachen Streit
Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) wehrt sich gegen geplante Gebührenerhöhungen für Kitas und Nachmittagsbetreuungsprogramme. Die Fraktion fordert einen sofortigen Stopp des vorgeschlagenen Anstiegs um 9,49 Prozent, den die Stadtverwaltung rückwirkend ab August 2025 umsetzen will. Kritiker werfen der Verwaltung vor, notwendige Daten nicht vorgelegt zu haben, bevor sie mit den Plänen voranschreitet.
Die BfS hat nun formell reagiert und einen Antrag auf Kindergeld eingereicht, um die Gebührenerhöhung von der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses streichen zu lassen. Die Fraktion besteht darauf, dass der Punkt erst dann beraten werden darf, wenn eine vollständige und transparente Bewertung möglich ist. Laut BfS hat die Stadt ihr Versprechen nicht eingehalten, Einkommensdaten von Solinger Familien auszuwerten – Daten, die eigentlich die sozialen Auswirkungen der neuen Gebühren aufzeigen sollten.
Die geplante Erhöhung, die mit landesweiten Anpassungen beim Urlaub zusammenhängt, stößt auf scharfe Kritik. Der BfS-Vorsitzende Jan Michael Lange äußerte zudem Bedenken gegenüber dem Vorgehen der Verwaltung und verwies auf eine aktuelle Stellungnahme von Dagmar Becker (Bündnis 90/Die Grünen) als "besorgniserregendes Signal". Die Angelegenheit wird am 1. Dezember im Jugendhilfeausschuss diskutiert, gefolgt von Beratungen im Finanzausschuss am 11. Dezember und einer endgültigen Abstimmung im Stadtrat am 18. Dezember.
Ohne die versprochene Einkommensanalyse fehle jeder Beschluss über Gebührenerhöhungen eine solide Grundlage, betont die BfS. Ihr Antrag auf Kindergeld zielt darauf ab, das Verfahren so lange auszusetzen, bis alle erforderlichen Daten vorliegen. Die Entscheidung wird von den anstehenden Ausschuss- und Ratssitzungen abhängen.
