Bessere Arbeitsbedingungen für ÖPNV-Beschäftigte in NRW – doch wer zahlt die Rechnung?
Mirjana SchachtBessere Arbeitsbedingungen für ÖPNV-Beschäftigte in NRW – doch wer zahlt die Rechnung?
Beschäftigte im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen profitieren von besseren Arbeitsbedingungen durch neue Tarifvereinbarung
Die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen werden sich durch ein neues Abkommen deutlich verbessern: Die wöchentliche Arbeitszeit sinkt schrittweise, während Löhne und Erholungszeiten steigen. Langfristig könnten die Änderungen jedoch zu höheren Ticketpreisen für Fahrgäste führen.
Ab Juli 2027 verkürzt sich die reguläre Wochenarbeitszeit für Beschäftigte im ÖPNV des Landes von 39 auf 38,5 Stunden. Ein weiterer Rückgang auf 38 Stunden folgt im Juli 2028 – und das bei vollem Lohnausgleich. Zudem steigen die Sonntagszuschläge, und die gesetzlichen Ruhezeiten werden ausgeweitet, was den Arbeitnehmern mehr Erholung ermöglicht.
Auch kurzfristig Beschäftigte erhalten durch die Vereinbarung stärkeren Schutz. Die Anpassungen sollen neue Fachkräfte gewinnen und so dem seit Langem bestehenden Personalmangel im Sektor entgegenwirken. Gleichzeitig verursachen die Reformen für die Verkehrsbetriebe höhere Kosten, etwa durch gestiegene Lohnsummen und Zuschläge.
In den vergangenen fünf Jahren sind die durchschnittlichen Jahresarbeitszeiten in Nordrhein-Westfalen bereits um 1,8 Prozent gesunken – von 1.343 Stunden im Jahr 2019 auf 1.319 Stunden 2024. Bundesweit blieb die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitkräften mit rund 38,2 Stunden stabil, während Teilzeitarbeit zunahm. Für den ÖPNV des Landes liegen keine spezifischen Zahlen vor, doch der Trend deutet auf eine allgemeine Stagnation oder leichte Rückgänge hin.
Ungeklärt bleibt bisher, wie die Änderungen finanziert werden sollen. Mögliche Quellen sind Zuschüsse der öffentlichen Hand, Mittel von Bund und Ländern oder Preiserhöhungen für die Fahrgäste. In Städten wie Solingen könnten die Nutzer künftig höhere Fahrkosten tragen müssen, um die steigenden Ausgaben zu decken. Gleichzeitig müssen die Verkehrsbetriebe mehr Personal einstellen, was die Personalkosten weiter in die Höhe treibt. Ziel der Vereinbarung ist es, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und gleichzeitig die finanzielle Tragfähigkeit des Systems zu sichern.






