Bergisch Gladbach kämpft trotz sinkender Geburten mit akutem Kita-Platzmangel
Gerlinde HeinrichBergisch Gladbach kämpft trotz sinkender Geburten mit akutem Kita-Platzmangel
Bergisch Gladbach steht trotz sinkender Geburtenraten vor einer verschärften Kita-Krise
Obwohl die Geburtenzahlen in Bergisch Gladbach deutlich zurückgehen, spitzt sich die Betreuungssituation für Kinder weiter zu. Die Stadt verfügt über weniger Kita-Plätze als im Vorjahr – verzögerte Bauprojekte und Personalmangel verschärfen die Lage. Eltern drohen nun mit Klagen, da ihre Kinder ohne Betreuungsplätze dastehen.
Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren in Bergisch Gladbach 5.762 Kinder unter sechs Jahren gemeldet – 649 weniger als die für 2026 prognostizierten 6.411. Noch größer ist die Diskrepanz bei den Jüngsten: Statt der erwarteten 3.100 Kinder unter drei Jahren wurden nur 2.491 gezählt, ein Minus von fast 25 Prozent.
Für das kommende Kindergartenjahr hatte die Stadt 4.221 Plätze eingeplant – nach 4.266 in diesem und 4.312 im Vorjahr. Im U3-Bereich (Kinder über drei Jahre) fehlen 100 Plätze, bei den Unter-Zweijährigen sind es 116. Allerdings gibt es 116 überschüssige Plätze für die Altersgruppe der Zwei- bis Dreijährigen.
Der Bau von vier Not-Kitas wurde zwar genehmigt, doch die Verzögerungen lassen Familien auf versprochene Plätze warten. Bei den Tagespflegeangeboten, die vor allem Kinder unter drei Jahren betreuen, sind 364 Plätze vorgesehen – nach 378 im Vorjahr und 389 im Jahr davor. Trotz des Rückgangs bleiben 15 Plätze ungenutzt, da die Nachfrage sinkt.
Träger haben in 65 Fällen Überbelegungen in Kita-Gruppen zugestimmt, einige Einrichtungen nehmen weiterhin zusätzliche Kinder auf. Dennoch warnt die Verwaltung vor möglichen Klagen von Eltern, die wegen Personalmangels abgewiesen werden. Bereits jetzt kommt es in manchen Kitas zu verkürzten Öffnungszeiten oder vorübergehenden Schließungen.
Das Betreuungssystem in Bergisch Gladbach steht unter Druck: Trotz rückläufiger Geburtenzahlen gibt es weniger Plätze, Bauverzögerungen und Fachkräftemangel verschärfen die Engpässe. Die Behörden rechnen nun mit rechtlichen Auseinandersetzungen, da immer mehr Familien vergeblich nach Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder suchen.