Bedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Gotthold UllmannBedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Rheinmetalls Automotive-Sparte droht nach Übernahme Zerschlagung
Der Automotive-Bereich von Rheinmetall steht nach einer geplanten Übernahme vor der möglichen Aufspaltung.
- Dezember 2025, 08:26 Uhr
Schlagwörter: Industrie, Finanzen, Luft- und Raumfahrt
Die Automotive-Sparte des deutschen Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers Rheinmetall steht zum Verkauf – zwei Private-Equity-Firmen gelten derzeit als favorisierte Bieter. Seit Anfang 2025 verhandelt das Unternehmen über eine Transaktion, wobei eine finale Einigung bis Ende März 2026 erwartet wird. Ungewiss bleibt jedoch die Zukunft einiger ziviler Standorte.
Die unter dem Namen Rheinmetall Power Systems geführte Sparte umfasst Geschäftsbereiche für Verbrennungstechnologie, Sensorik sowie antriebstechnisch unabhängige Komponenten. Da diese Bereiche kaum Synergien aufweisen, gestaltet sich ein Verkauf als Gesamtpaket schwierig. Potenzielle Käufer sollen laut Berichten Angebote zwischen 500 Millionen und 600 Millionen Euro vorgelegt haben – deutlich unter der ursprünglichen Zielmarke von Rheinmetall in Höhe von rund einer Milliarde Euro.
Als führende Bieter gelten die Private-Equity-Gesellschaften Clayton, Dubilier & Rice sowie Bain Capital, wobei Rheinmetall deren Beteiligung offiziell nicht bestätigt hat. Zwei weitere, namentlich nicht genannte Investoren sind weiterhin im Prozess. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte die Sparte zerschlagen statt als Ganzes verkauft werden.
Unterdessen ist das Schicksal der zivilen Rheinmetall-Standorte wie dem Werk in Neuss oder der Mira GmbH noch offen. Einige Standorte könnten für die Rüstungsproduktion umgewidmet werden, andere möglicherweise komplett aus dem Verkauf ausgeklammert bleiben.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Sparte soll im ersten Quartal 2026 fallen. Die unter den Erwartungen liegenden Kaufangebote deuten auf eine mögliche Aufspaltung hin, statt auf eine vollständige Übernahme. Damit wird sich auch zeigen, ob zivile Standorte wie Neuss unter Rheinmetalls Kontrolle bleiben oder einer neuen Nutzung zugeführt werden.
