Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Pumuckl aus
Heinz-Josef ZirmeWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Pumuckl aus
In ganz Bayern ersetzen Städte die klassischen Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole. Von berühmten Künstlern bis zu beliebten Comicfiguren – diese thematischen Ampeln tauchen inzwischen in Orten wie Nürnberg, Hof und Dachau auf. Der Trend stößt dabei auf Begeisterung, löst aber auch Debatten über die Verkehrssicherheit aus.
Nürnberg machte den Anfang und installierte eine Fußgängerampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen". Anders als andere Städte holte Nürnberg keine Genehmigung bei der Landesregierung ein, mit der Begründung, dass Kommunen allein für Ampelanlagen zuständig seien – und damit auch für mögliche Unfälle, die daraus resultieren.
Augsburg ging bei seiner "Kasperl"-Ampel in der Nähe des Theaters einen anderen Weg. Das Design erhielt eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben und erfüllte damit die Sicherheitsstandards. Derweil wurde der Vorschlag aus Hof für eine "Wärschtlamo"-Ampel – ein lokaler Würstchenverkäufer – zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Erst als die SPD-Stadtratsfraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm, gab es grünes Licht für das Projekt.
Auch andere bayerische Städte haben den Trend aufgegriffen – jeder mit eigener Note. München verfügt mittlerweile über drei "Pumuckl"-Ampeln, Straubing zeigt "Bruder Straubinger". In Dachau tragen die Ampelfiguren traditionelle bayerische "Tracht", und in Deggendorf wirft eine Frau Knödel. Aufgrund der positiven Resonanz plant Dachau weitere thematische Ampeln; bisher beliefen sich die Kosten für Schablonen und Designarbeit auf nur 300 Euro.
Doch nicht alle unterstützen die Umstellung. Das bayerische Innenministerium lehnt es ab, Ampeln für lokale Eigenheiten oder soziopolitische Botschaften zu nutzen, und betont, dass klare, sofort erkennbare Symbole notwendig seien, um Verwirrung zu vermeiden.
Der Wechsel zu kulturell geprägten Fußgängerampeln spiegelt einen wachsenden Trend in Bayern und darüber hinaus wider. Während Städte wie Hof, Augsburg und Dachau mit lokalen Designs voranschreiten, hält die Diskussion über Sicherheit und Klarheit an. Fürs Erste können Einwohner und Besucher in der gesamten Region an Zebrastreifen alles entdecken – von Dürers Hasen bis zu "Pumuckl".






