Banaszak wirbt mit Pink und Playboy für Feminismus bei jungen Männern
Mirjana SchachtBanaszak wirbt mit Pink und Playboy für Feminismus bei jungen Männern
Grünen-Chef Felix Banaszak wirbt mit ungewöhnlichen Methoden um junge Männer für feministische Ideen
Der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, setzt sich für einen neuen Ansatz ein, um junge Männer für feministische Themen zu begeistern. Sein Engagement kommt zu einer Zeit, in der aktuelle Wahlen eine deutliche Spaltung zeigen: Während junge Männer vermehrt zur rechtspopulistischen AfD tendieren, bevorzugen junge Frauen eher linksliberale Parteien. Banaszak erprobt nun unkonventionelle Wege – darunter ein pinkfarbenes Büro und ein Interview mit dem Playboy – um die Debatte anzustoßen.
Den Auftakt seiner Strategie markierte im Februar ein Playboy-Interview, in dem er die Rolle von Männern im Feminismus thematisierte. Banaszak argumentierte, dass starre Geschlechterklischees nicht nur Frauen, sondern auch Männer einschränken, und betonte, dass Gleichberechtigung allen zugutekommt. Doch sein Vorgehen stößt auf Kritik. Der Bundesfrauenrat monierte etwa seine Einladung zu einer Diskussion über eine „Männerpolitik“ im April – die Initiative wurde als unglaubwürdig und schlecht getimed bewertet.
Die Herausforderung ist offensichtlich. Maximilian Krah, ein führender AfD-Politiker, rief jüngst in einem Video vor der Europawahl 2024 junge Männer, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten, dazu auf, „auf der richtigen Seite“ zu stehen. Banaszak räumte ein, dass seine eigenen Methoden kaum gegen Krahs Ansprache an verunsicherte 18-Jährige ankommen dürften. Unterdessen forderte der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen seine Partei auf, den Ton zu ändern und nach Gemeinsamkeiten mit jungen Männern zu suchen, statt sie zu verprellen.
Nicht zum ersten Mal versuchen die Grünen, männliche Einstellungen zu beeinflussen. Bereits 2010 veröffentlichten 21 Parteipolitiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Doch Banaszaks persönliche Note – wie sein in Pink gestrichenes Büro – fällt besonders auf. Vor zwei Jahrzehnten trug der Fußballtorwart Tim Wiese bei Spielen pinkfarbene Handschuhe, ohne auf Widerstand zu stoßen – ein Beleg dafür, dass die Verbindung von Männlichkeit und Farbe längst öffentlich diskutiert wird.
Banaszaks Initiativen unterstreichen die anhaltende Kluft zwischen jungen Männern und progressiver Politik. Mit einer Mischung aus Medienauftritten, politischen Debatten und symbolischen Gesten will er diese überbrücken. Ob seine Taktik jedoch Wahlverhalten oder zumindest Einstellungen verändert, bleibt abzuwarten.






