BaFin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Bilanzierungspraktiken im Fokus
Heinz-Josef ZirmeGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Bilanzierungspraktiken im Fokus
Gerresheimer erneut unter der Lupe der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde hat angekündigt, ihre laufende Prüfung auszuweiten und eine neue Untersuchung der Bilanzierungspraktiken des Unternehmens einzuleiten. Der Schritt folgt früherer Kritik an der Handhabung bestimmter Vertriebsverträge durch den Konzern.
BaFin hatte bereits Bedenken gegenüber der Nutzung sogenannter "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen durch Gerresheimer geäußert. Bei diesen Verträgen konnte das Unternehmen Rechnungen für Waren stellen, noch bevor diese tatsächlich an Kunden ausgeliefert wurden. Die Aufseher warnten, dass diese Praxis Umsatzzahlen künstlich aufblähen könnte – ein möglicher Verstoß gegen strenge Bilanzierungsvorschriften.
Die aktuelle Untersuchung konzentriert sich auf einen Zeitraum von fünf Monaten, vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Die Entscheidung der BaFin, ihre Prüfung auszuweiten, fällt in eine Phase wachsender Zweifel an der Richtigkeit der Finanzberichterstattung von Gerresheimer.
Die Nachricht über die erweiterte Untersuchung löste einen deutlichen Kursrutsch der Gerresheimer-Aktie aus. Der Wert des Papiers brach im nachbörslichen Handel nach der Bekanntgabe der Behörde spürbar ein.
Im Rahmen der vertieften Prüfung wird die BaFin untersuchen, ob Gerresheimer in dem genannten Zeitraum die Bilanzierungsstandards eingehalten hat. Das Ergebnis könnte weitere Folgen für die finanzielle Lage des Unternehmens und das Vertrauen der Anleger haben. Ein Zeitplan für den Abschluss der Ermittlungen steht bisher noch nicht fest.