Ausbildungsvergütungen steigen 2025 auf Rekordniveau – doch Lücken bleiben
Gotthold Ullmann"Zweiter Rekordanstieg in Folge": Ausbildungslöhne steigen deutlich - Ausbildungsvergütungen steigen 2025 auf Rekordniveau – doch Lücken bleiben
Die Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind erneut gestiegen, doch die Lohnunterschiede zwischen den Branchen bleiben bestehen. 2025 trieben Tarifverträge die durchschnittlichen Monatsgehälter auf 1.209 Euro – ein Plus von 76 Euro gegenüber dem Vorjahr. In einigen Bereichen hinken die Löhne jedoch hinterher: 15 Ausbildungsberufe zahlen weiterhin weniger als 1.000 Euro im Monat.
Der öffentliche Dienst liegt mittlerweile bei den Ausbildungsvergütungen vorn und bietet 1.329 Euro monatlich. Hier stiegen die Löhne mit 7,7 Prozent auch am stärksten. Es folgen die Hauswirtschaft mit 1.295 Euro sowie Industrie und Handel mit 1.266 Euro. In der Industrie und im Handel gab es ein Plus von 7,2 Prozent, während die Tariflöhne insgesamt um 6,7 Prozent zulegten.
Baden-Württemberg verzeichnete mit durchschnittlich 1.257 Euro pro Monat das höchste regionale Niveau. Schlusslicht bleibt das Handwerk, wo Auszubildende nur 1.093 Euro erhalten. Einige Bereiche verzeichneten jedoch deutliche Steigerungen: Die Pflegeberufe legten seit 2021 um 18 Prozent zu, die Logistik um 15 Prozent und die Metall- und Elektroberufe um 14 Prozent. Diese Zuwächse gehen auf branchenspezifische Tarifabschlüsse zurück, darunter der TVöD-Pflege-Vertrag von 2023 (+12 Prozent), der BGL-Logistik-Tarif (+10 bis 15 Prozent) und der IG-Metall-Rahmentarifvertrag 2024 (+13 Prozent für Auszubildende).
Die aktuellen Zahlen zeigen ein stetiges Wachstum der Ausbildungsvergütungen, insbesondere in Branchen mit starken Gewerkschaftsvereinbarungen. Dennoch bestehen weiterhin deutliche Unterschiede – einige Ausbildungsgänge zahlen nach wie vor weniger als 1.000 Euro monatlich. Die Daten verdeutlichen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen bei der Vergütung in der beruflichen Ausbildung.
