Antike Satire trifft auf moderne Bühnenmagie im Schlosstheater Moers
Heinz-Josef ZirmeAntike Satire trifft auf moderne Bühnenmagie im Schlosstheater Moers
Der schöne abend im Schlosstheater Moers – Ein einziger, großer Mörser
Mit einem über 2.400 Jahre alten Stück beginnt die Ära der "radikalen Zeitgenössigkeit" der neuen Theaterleitung. Aristophanes’ Abendzeitung im Schlosstheater Moers vereint aktuelle Pointen mit zeitlosem Humor – und ein großartiges Ensemble auf und hinter der Bühne.
Das Schlosstheater Moers hat seine neue Spielzeit mit einer mutigen Entscheidung eröffnet: einer Komödie aus der Antike. Die Inszenierung von Abendzeitung des Aristophanes verbindet antike Satire mit modernem Witz. Auf der Bühne sorgt eine Mischung aus scharfem Humor und eindrucksvollen Bildern für einen schönen abend, der sich zugleich frisch und zeitlos anfühlt.
Die Handlung entfaltet sich auf einer mit Kompost bedeckten Bühne, wo ein Mistkäfer zum unwahrscheinlichen Führer der Götter wird. Das Setting unterstreicht die Absurdität des Stücks und seine tiefgründigen Fragen nach Zerstörung und Erneuerung. Im Zentrum des Konflikts steht Polemos, der Kriegsgott, gespielt von einem der Theater-Neuzugänge. Als letzter Gott auf dem Olymp ist er entschlossen, die Städte Griechenlands mit einem riesigen Mörser zu Staub zu zermahlen. Die anderen Götter haben die Menschheit längst verächtlich verlassen – zurück bleibt nur Polemos, der über Unsicherheit und Angst herrscht.
Diese Version von Abendzeitung beweist, dass antike Geschichten noch immer aktuell sein können. Die Mischung aus Komik, Musik und mutiger Bühnenregie macht den schönen abend zu einem unterhaltsamen, aber auch zum Nachdenken anregenden Erlebnis. Das neue Team des Schlosstheaters Moers hat die Messlatte hoch gelegt und zeigt: Selbst ein über zwei Jahrtausende altes Stück kann heute lebendig und relevant wirken.
