30 March 2026, 16:18

Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – zwischen Jubel und Protesten

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Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – zwischen Jubel und Protesten

An der Berliner Staatsoper feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Aufführung markierte ihre Rückkehr in die deutsche Hauptstadt, während die Debatten über ihre früheren politischen Verbindungen weiterhin andauern. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Die fast dreistündige Premiere von Verdis Un ballo in maschera wurde mit starkem Applaus für Ensemble und Orchester bedacht. Netrebko, die die Rolle der Amelia verkörperte, erhielt begeisterte Ovationen vom Publikum. Regisseur Rafael R. Villalobos verlieh der Produktion eine moderne Note, indem er Elemente der queeren Ballroom-Kultur und Bezüge zur AIDS-Krise einwebte.

Vor der Staatsoper skandierten etwa 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Der Protest spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebkos angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin wider – etwa ihre Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml.

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Intendantin Elisabeth Sobotka nahm zu der Kontroverse Stellung und betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seitdem nicht dorthin zurückgekehrt. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war zuletzt vor Jahren in Berlin aufgetreten. Trotz der gespaltenen Resonanz in deutschsprachigen Opernhäusern füllen ihre jüngsten Auftritte – wie ihre ausverkauften Vorstellungen als Abigaille in Nabucco an der Wiener Staatsoper – weiterhin die Säle und lösen polarisierende Reaktionen aus.

Die Premiere verlief ohne Störungen, und Netrebkos Darstellung wurde im Theater mit warmem Beifall bedacht. Im Rahmen des Weihnachtsprogramms der Staatsoper sind weitere Vorstellungen von Un ballo in maschera geplant. Ihr für April kommenden Jahres angesetzter Auftritt als Tosca in Wien deutet darauf hin, dass ihre Karriere in der europäischen Opernszene trotz der anhaltenden Diskussionen ungebrochen bleibt.

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