03 April 2026, 20:15

Altersvorsorge in Deutschland: Warum die gesetzliche Rente allein nicht mehr reicht

Eine Liniendiagramm, das die Mittel, die für den Geschlechterunterschied über die Zeit aufgewendet werden, zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Altersvorsorge in Deutschland: Warum die gesetzliche Rente allein nicht mehr reicht

Die Altersvorsorge in Deutschland wird immer dringlicher, da die Kluft zwischen Rentenbezügen und Lebenshaltungskosten weiter wächst. Die durchschnittliche Regelaltersrente liegt derzeit bei etwa 1.835 Euro monatlich für Versicherte, die 45 Jahre lang zum Durchschnittsverdienst gearbeitet haben. Nach Abzug der Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung verbleiben den Rentnern jedoch nur rund 1.621 Euro – für viele reicht das im Alter nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Das Niveau der gesetzlichen Rente ist in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2000 deckte sie noch etwa 53 Prozent des durchschnittlichen Bruttoeinkommens ab, doch durch Reformen wie die Riester-Treppe, die die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung entkoppelte, sank dieser Wert bis 2012 auf 48 Prozent. Zwar werden die Renten jährlich an die Löhne angepasst, doch diese Anpassungen hinken oft der Inflation hinterher, was die reale Kaufkraft der Rentner weiter schmälert.

Um die sogenannte Rentenlücke zu schließen, empfehlen Experten eine Kombination aus privater und betrieblicher Vorsorge. Bei der betrieblichen Altersvorsorge können Arbeitnehmer einen Teil ihres Gehalts in einen betrieblichen Pensionsplan umwandeln, was Steuern und Sozialabgaben spart – oft stocken Arbeitgeber diesen Betrag um 15 Prozent auf. Die Riester-Rente, gefördert durch staatliche Zulagen und Steuervergünstigungen, eignet sich besonders für Geringverdiener und Familien, doch die bescheidenen Renditen und Strafen bei vorzeitigem Ausstieg schränken die Flexibilität ein.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Für Selbstständige bietet die Rürup-Rente steuerliche Vorteile, ist jedoch mit hohen Gebühren verbunden und erlaubt keine Kapitalauszahlung. Langfristig höhere Erträge können dagegen Investmentfonds, ETFs oder Aktien bringen – allerdings ohne Garantie. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, Produkte mit hohen Kosten, starren Laufzeiten oder schlechter Performance zu wählen, wie etwa bestimmte Versicherungspolicen oder Bausparverträge.

Prognosen zufolge wird das gesetzliche Rentenniveau bis 2040 weiter sinken. Ohne zusätzliche Vorsorge könnten künftige Rentner Schwierigkeiten haben, ihren Lebensstandard zu halten. Angesichts schrumpfender Renten und steigender Lebenshaltungskosten ist eine frühzeitige Planung unerlässlich. Betriebliche Vorsorge, staatlich geförderte Riester-Verträge und private Investitionen tragen dazu bei, die finanzielle Absicherung im Alter zu stärken. Die Verbraucherzentrale bietet Orientierung, um die verschiedenen Optionen zu vergleichen und teure Fehler zu vermeiden.

Quelle