97-Millionen-Projekt in NRW: Warum ein Förderzentrum für Streit sorgt
Heinz-Josef Zirme97-Millionen-Projekt in NRW: Warum ein Förderzentrum für Streit sorgt
Ein geplantes Sonderpädagogisches Förderzentrum für 97 Millionen Euro in Nordrhein-Westfalen stößt auf massiven Widerstand. Ein Bündnis aus Behindertenrechtsgruppen, Elternverbänden und Wohlfahrtsorganisationen hat rechtliche Schritte eingeleitet, um den Bau zu stoppen. Die Kritiker argumentieren, das Projekt verstoße gegen die Gesetze zur inklusiven Bildung und verschwende öffentliche Mittel.
Die neue Schule in Neunkirchen-Seelscheid soll 180 Plätze für Schüler:innen mit körperlichen Behinderungen bieten. Doch das Inklusionsbündnis wirft dem Landschaftsverband Rheinland vor, keine inklusiven Alternativen geprüft zu haben. Nach dem Schulgesetz Nordrhein-Westfalens sollen Kinder mit und ohne Behinderung möglichst gemeinsam unterrichtet werden.
Eva-Maria Thoms von der Elterninitiative Mittendrin betont, die Region verfüge bereits über ausreichende Kapazitäten. Das Bündnis schlägt vor, die 180 Schüler:innen auf bestehende Schulen zu verteilen – das wären nur etwa eine:n zusätzliche:n Schüler:in pro Jahrgangsstufe. Dies würde den Bedarf decken, ohne die hohen Baukosten zu verursachen. Der Landschaftsverband hält dagegen, dass es derzeit zu wenig spezialisierte Plätze gebe. Die Gegner:innen haben jedoch nun eine offizielle Beschwerde bei den Aufsichtsbehörden eingereicht, wie der Spiegel berichtet. Ihre Klage zielt auf die Baugenehmigung der Schule ab und fordert einen Baustopp, bis inklusive Lösungen umfassend geprüft wurden.
Im Kern geht es um die Frage, ob eine teure Neuerrichtung notwendig ist oder ob bestehende Schulen die Aufgaben übernehmen könnten. Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte das Projekt verzögert oder umgestaltet werden. Das Ergebnis könnte zudem richtungsweisend für die Umsetzung inklusiver Bildungspolitik in der Region werden.
