13 March 2026, 14:11

489 Missbrauchsfälle im Erzbistum Paderborn: Kirche räumt systemisches Versagen ein

Ein historisches Dokument, das den Prozess von Lord Baltimore gegen die Vergewaltigung von Sarah Woodcock und Elizabeth Griffinburg zeigt, mit Illustrationen von Menschen, Vorhängen und Text.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - 489 Missbrauchsfälle im Erzbistum Paderborn: Kirche räumt systemisches Versagen ein

Eine neue Studie hat 489 Fälle von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn zwischen 1941 und 2022 aufgedeckt. Die Erkenntnisse betreffen 210 beschuldigte Personen, darunter der verstorbene Kardinal Johannes Joachim Degenhardt. Bischof Udo Markus Bentz hat die Opfer nun öffentlich um Vergebung gebeten und die Missbrauchsfälle als systemisches Versagen der Kirche bezeichnet.

Der Missbrauchsskandal in der deutschen katholischen Kirche war erstmals 2010 ans Licht gekommen. Seither haben Überlebende Entschädigungszahlungen in Höhe von 93 Millionen Euro erhalten. Die jüngste Untersuchung, die 2023 veröffentlicht wurde, konzentrierte sich speziell auf das Erzbistum Paderborn und deckte jahrzehntelangen Missbrauch auf.

Bischof Bentz bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für institutionelle Vernachlässigung. Er räumte ein, die Kirche habe es versäumt, Schutzbedürftige zu schützen, und kündigte an, die Aufklärung zu vertiefen. Die Vorwürfe gegen Kardinal Degenhardt, der das Erzbistum bis zu seinem Tod 2002 leitete, bleiben weiterhin Gegenstand der Prüfung.

Seit dem Bericht von 2023 wurden keine neuen Fälle bestätigt, doch interne Meldungen gehen weiter ein. Der Sprecher der Opfer, Reinhold Harnisch, begrüßte zwar Bentz' Entschuldigung, forderte aber weitere Schritte. Er unterstützte Forderungen, Straßen und öffentliche Plätze umzubenennen, die Degenhardt und Kardinal Lorenz Jaeger ehren – zwei Persönlichkeiten, die mit früheren Skandalen in Verbindung gebracht werden.

Das Erzbistum versprach, die Ermittlungen fortzusetzen; unabhängige Überprüfungen sollen mindestens bis 2026 andauern.

Der Bericht legt eine lange Geschichte des Missbrauchs in Paderborn offen: 489 Opfer und 210 Beschuldigte über einen Zeitraum von 60 Jahren. Bischof Bentz' Entschuldigung markiert einen Schritt in Richtung Verantwortung, während Überlebende konkrete Veränderungen einfordern. Das Versprechen der Kirche, die Untersuchungen fortzuführen, lässt weitere Enthüllungen erwarten.

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